Fachliche Informationen
Download Artikel aus "Der Frauenarzt 02/2011" zum Amerikanischen Brustkrebskongreß in San Antonio, USA Dezember 2010
"Update Mammakarzinom" aus "Der Frauenarzt" 08/ 2011
Rückblick auf das 22. Onkologische Patientenseminar am 11. Mai in der Caritasklinik St. Theresia
Die Onkologischen Patientenseminare sind eine gemeinsame Initiative der Klinik für Hämatologie und Onkologie, Onkologisches Zentrum, der Onkologischen Schwerpunktpraxis Frauenärzte Saarbrücken-West und der Klinik für Frauenheilkunde, Brustzentrum
Am 11. Mai fand in den Vortragsräumen der Caritasklinik das 22. Saarbrücker Onkologische Patientenseminar statt. Dieses Mal wurden wieder drei für unsere Patienten wichtige Themen behandelt:
Hyperthermie – mit Wärme gegen Krebs
Martin Rösch, Celsius42+ GmbH in Zusammenarbeit mit
Dr. med. Anna Schubert, Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Saarlouis
Die Hyperthermie-Therapie hat sich in den letzten Jahren zu einem vierten Standbein der Onkologie entwickelt – neben Operation, Chemo the rapie und Bestrahlung. Hr. Rösch stellte Studienergebnisse bei der Behandlung von Tumoren der Brust, der Bauchspeichedrüse und des Gehirns vor. Die Hyperther mie-Therapie ist keine Tumorthera pie „light“. Wirkung und Nebenwirkung müssen genau abgewogen werden. Bei enger Kooperation von Chemotherapie-, Bestrahlungs- und Hyper ther mie-Spezialisten können jedoch bei ausgewählten Patienten erstaun liche Erfolge erreicht werden. Auch das Thema der Kostenerstattung durch die gesetzliche Krankenversicherung wurde angesprochen.
Amerikanischer Brustkrebskongress – Was gibt es Neues?
Dr. med. Steffen Wagner, Frauenärzte Saarbrücken-West
Im Dezember fand der alljährliche Jahreskongress der amerikanischen und internationalen Brustkrebs-Spezialisten in San Antonio statt. Auf vielen hundert Vorträgen wurden die neuesten Forschungsergebnisse vorgestellt. Dr. Wagner stellte jetzt in für das „nicht-medizinische“ Publikum gut verständlichen Worten und Bildern die wichtigsten Neuerungen zur Hormontherapie, zur Behandlung mit knochenstärkenden Medikamenten (Bisphosphonate) und zur Lebensführung bei Krebserkrankung vor. Auch die Frage, warum mehr Frauen in den westlichen Ländern als in Afrika an Brustkrebs erkranken, beschäftigte die Experten. Viele kleine Fortschritte ergeben für unsere Patienten auf die Zeit gesehen einen grossen Sprung nach vorne.
"Powerfrauen Saar" - Sport gegen Brustkrebs
Dr. med. Percy Brandner, Vorsitzender des Berufsverbandes der Frauenärzte
Saar
Sport „geht immer“. Auch bei Patientinnen und Patienten mit Krebs er krankung sollte regelmässige körperliche Aktivität und Sport – kein Hochleistungssport – zum täglichen Leben dazugehören. Die Wissen schaft konnte zeigen, dass Patienten, die sich regelmässig körperlich belasten, ein geringeres Risiko haben, an Krebs zu erkranken und wenn man bereits erkrankt ist, führt Sport zu einem geringeren Rückfallrisiko. Auch die Chemo- und Strahlentherapiebehandlung wird von körperlich aktiven Patienten besser vertragen, weil nicht nur die Muskeln, sondern auch das Immunsystem und alle Sinne stimuliert werden. Dazu kommt der Spass, den man in einer Gruppe von Gleichbetroffenen und -gesinnten haben kann. Die Praxis Frauenärzte Saar, das Brustzentrum und das Onkologische Zentrum unterstützen die Intiative zum Aufbau einer Sportgruppe „Powerfrauen Saar“. Ansprechpartnerin ist Frau Enderlein (Tel.: 0681/4163657).
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Dr. Percy Brandner, Dr. Mustafa Deryal, Prof. Dr. Axel Matzdorff und Dr.
Steffen Wagner unterstützen die Intiative zum Aufbau der Sportgruppe
„Powerfrauen Saar“.
Die Veranstaltung war mit über 80 Besuchern wieder außerordentlich gut frequentiert. Das nächste Seminar ist bereits in Vorbereitung und soll am 21. September stattfinden. Wie immer um 17:30 im Vortrags saal 4 der Caritasklinik St. Theresia.
Prof. Dr. Axel Matzdorff
Rückblick auf unser gemeinsames Patientenseminar mit dem Brustzentrum Saar Mitte vom März 2009
Unsere gemeinsame Veranstaltung mit dem Brustzentrum Saar Mitte an der
Caritasklinik war mit 160 Gästen bestens besucht. Insbesondere die
zahlreichen Fragen zeigten ein hohes Engagement der anwesenden
Brustkrebspatientinnen und ihrer Partner.
Wir, die Ärzte der Praxis „Frauenärzte Saarbrücken
West“ und die Ärzte des Brustzentrums Saar Mitte, Standort
Saarbrücken möchten uns herzlich für Ihr Interesse bedanken!
Die frühzeitige verantwortungsvolle Information über die neuesten
hoffnungsvollen Studienergebnisse ist nach unserer Meinung die ethische
Verpflichtung jedes Onkologen. So kann die aufgeklärte Patientin gemeinsam
mit ihrem Frauenarzt selbst Einfluß auf ihre Therapiesituation
nehmen.
Im folgenden die wichtigsten praxisrelevanten Erkenntnisse des amerikanischen
Brustkrebskongresses in San Antonio/Texas im Dezember 2008 und des
Brustkrebskongresses in St. Gallen/Schweiz vom Februar 2009.
(Autor: Dr. med. Steffen Wagner)
Aromatasehemmer
Bezüglich der antihormonellen Brustkrebstherapie ergaben sich bezüglich der Veröffentlichung von Studien (BIG-1-98, Teach-Studie, ABCSG-8) folgende Erkenntnisse:
In den meisten Fällen sollte bei Frauen nach den Wechseljahren (postmenopausal) mit einem Aromatasehemmer (Femara, Aromasin, Arimidex) die Therapie begonnen werden, da diese Medikamente in den ersten 2 Jahren die Rückfallrate deutlich senken können.
Sollten Nebenwirkungen der Aromatasehemmer nach den ersten 2 Jahren zu einer Belastung der Patientin führen, kann diese statt dem Aromatasehemmer Tamoxifen für den Rest der insgesamt 5 Jahre einnehmen, ohne einem erhöhten Rückfallrisiko ausgesetzt zu sein. Lediglich bei hohem Rückfallrisiko sollte auf jeden Fall die Aromatasehemmertherapie beibehalten werden.
Test auf Tamoxifenwirkung (CYP2D6)
Patientinnen, die Tamoxifen einnehmen, sollten sich einer speziellen genetischen Untersuchung unterziehen. Es wurde aus verschiedenen Studien bekannt, daß bei etwa 5-8% aller hormontezeptorpositiven Frauen Tamoxifen nicht wirkt, weil ein für die Aktivierung notwendiges Enzym in der Leber fehlt (CYP2D6) . Eine Studie aus dem Pharmakologischen Institut des Robert-Bosch-Krankenhauses kam zu diesem Schluß. Eine Tamoxifentherapie kann in diesen Fällen völlig nutzlos sein.
Es existieren entsprechende Tests, die mit einer hohen Wahrscheinlichkeit anzeigen, ob dieses Enzym im Körper produziert wird (Blutentnahme).
Neben teuren standardisierten Tests auf sogenannten vorgefertigten Genchips, auf denen noch andere, nicht unbedingt stehende Stoffwechseltests bestimmt werden können (ca. 800 Euro), gibt es Labore, die kostengünstig eine gezielte Genanalyse durchführen (ca. 160 Euro). Die Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht, eine Anfrage kann aber nicht schaden, da es nun immer mehr Hinweise dafür gibt. Der Enzymdefekt kann über eine Blutprobe (3ml) ausgeschlossen werden.
Bei Fehlen des CYP2D6-Enzyms sollten Sie mit Ihrem Frauenarzt/Onkologen über die die Einnahme eines Aromatasehemmers evtl. in Kombination mit einem eierstockhemmenden Medikamentes sprechen (falls Sie noch nicht in den Wechseljahren sind).
Laborvorschlag (Kosten ca. 160 Euro), Blutentnahme bei Ihrem Arzt.
Schutz vor Rückfall durch Bisphosphonate
Die Einnahme (Clodronat) oder die Infusion (Zometa) eines sog. Bisphosphonates kann das Rückfallrisiko zusätzlich zur Standardtherapie um bis zu 36% reduzieren (ABCSG-12-Studie, Zofast, Azure). Dafür sprechen nun einige teils ältere (Clodronat), aber auch neuere Studien (Zometa). Bislang sind die Medikamente lediglich zur Behandlung der Osteoporose und bei Knochenmetastasen zugelassen. Die vorliegenden Studiendaten sind jedoch derart positiv, daß sich jede Brustkrebspatientin mit der Frage beschäftigen sollte, eine solche Bisphopshonattherapie durchzuführen.
Während die Einnahme der relativ großen Clodronattabletten täglich erfolgen muß, reicht bei Zometa eine Infusion alle 6 Monate für insgesamt 3 Jahre. Schwerwiegende Nebenwirkungen sind sehr selten. Es treten keine Nebenwirkungen einer Chemotherapie wie Haarausfall oder Übelkeit auf.
Eine Erstattung durch die Krankenkassen ist derzeit noch nicht möglich, die Kosten belaufen sich auf etwa 360 Euro/ Infusion für das Medikament (2x/Jahr).
Dr. med.Steffen Wagner
Frauenärzte Saarbrücken West
Gynäko-Onkologische Schwerpunktpraxis
Kooperationspartner Brustzentrum Saar Mitte